Rechtsextremismus – europaweit vernetzt
Diskussion zur internationalen Vernetzung von Rechtsextremismus, Foto: Forum 2000 Foundation
1. Mai 2010

Rechtsextremismus ist keineswegs auf Deutschland beschränkt. Rechtspopulisten und Neonazigruppen agieren in zahlreichen Ländern Europas. Sie sind via Internet intensiv miteinander vernetzt, nutzen Aufmärsche und Konzerte, um ihre Anhänger zusammenzuführen und treiben einen regen Handel mit einschlägigen NS-Produkten. Erst allmählich vernetzen sich auch Gegeninitiativen.

Auf der Fachtagung zur politischen Bildung "Rechtsextremismus in Europa" der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) am 28./29. April 2010 in Bensberg berichteten Experten u.a. aus Ungarn, den Niederlanden, Schweden und Italien über rechtsextreme Bewegungen in diesen Ländern. Sie zeigten die bisherige Vernetzung und suchten gemeinsam mit den rund 120 Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Bereichen der politischen Bildung nach gemeinsamen Gegenstrategien.

In einem Einstiegsreferat erläuterte Suzette Bronkhorst, Generalsekretärin des International Network Against Cyberhate (INACH), aktuelle Tendenzen des Rechtsextremismus in Europa. Für Ungarn stellte die Publizistin Magdalena Marsovszky fest: "Die Vernetzung der Rechtsextremen ist sehr professionell. Viel professioneller als die der demokratischen zivilgesellschaftlichen Ebene." Gemeinsam mit Marsovszky berichteten Lisa Bjurwald vom "Expo Magazine" in Stockholm sowie Aram Mattioli von der Universität Luzern über die Situation des Rechtsextremismus in ihren Ländern.

In vier parallel stattfindenden Workshops hatten die Teilnehmenden anschließend die Möglichkeit, zivilgesellschaftliche Gegenstrategien kennenzulernen und Inspirationen für die politische Bildungsarbeit zu bekommen. Im Workshop „Alternativ: Jugendkultur ohne RechtsRock" legten Martin Langebach und Jan Raabe vom Verein Argumente und Kultur Bielefeld zunächst dar, wie dank eines ausgefeilten und überaus aktiven Netzes von Plattenfirmen, Vertrieben und Internetseiten die extreme Rechte Zugänge zu einer wachsenden Zahl Jugendlicher erhält. Im Mittelpunkt des zweiten Workshoptages stand die Beschaffenheit von Gegenstrategien, die an den Ansprüchen und Lebenswelten Jugendlicher ansetzen. Als best practice Beispiel diente dabei die Arbeit des Netzwerks für Demokratie und Courage (e.V.), das mit jungen Ehrenamtlichen antirassistische Projekttage an Schulen und Ausbildungseinrichtungen in Deutschland und Frankreich durchführt. Maria Grjasnow, Bildungsreferentin in der NDC-Bundesgeschäftsstelle in Dresden, und Vianney Aubert, Koordinator für das französische Netzwerk in Montpellier, stellten die Erfahrungen des NDC in der grenzüberschreitenden demokratiefördernden Bildungsarbeit anhand praktischer Beispiele vor.

Viel Raum für den persönlichen Austausch bot schließlich das Worldcafé „Get in Contact“, in dessen Rahmen sich 19 Initiativen aus ganz Europa vorstellten.

Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA), der Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik, dem Anne Frank Zentrum, dem Europazentrum Brandenburg-Berlin, dem Herbert-Wehner Bildungswerk, dem Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit und dem Internationalen Bund.

Programm


    Demokratie-Scan
Zahlen beziehen sich auf alle online-evaluierten Veranstaltungen.
Teamschulungen und Veranstaltungen

Termine NDC 2019

Teamschulungen für die Projekttage A,B,C

17.02. - 22.02. Mecklenburg-Vorpommern
23.02. - 01.03. Rheinland-Pfalz/Saarland
01.03. - 06.03. Sachsen
11.03. - 16.03. Thüringen
18.03. - 24.03. Baden-Württemberg
24.03. - 30.03. Hessen 
01.04. - 06.04. Nordrhein-Westfalen
01.04. - 06.04. Berlin-Brandenburg
12.05. - 17.05. Sachsen
20.09. - 25.09. Sachsen
22.09. - 27.09. Schleswig-Holstein
28.09. - 04.10. Hessen
29.09. - 04.10. Mecklenburg-Vorpommern
07.10. - 13.10. Rheinland-Pfalz/Saarland
07.10. - 13.10. Baden-Württemberg 
07.10. - 13.10. Thüringen
21.10. - 26.10. Nordrhein-Westfalen
04.11. - 09.11. Sachsen-Anhalt


Teamschulungen für weitere Projekttage

14.02. - 17.02. TS-S in Thüringen
07.03. - 10.03. TS-Module in Sachsen
11.03. - 15.03. TS-VWZ in Meckl.-Vorp.
25.04. - 28.04. TS-T in Rheinland-Pfalz
02.05. - 05.05. TS-E in Sachsen
22.05. - 26.05. TS-VWZ in Thüringen
30.05. - 02.06. TS-S in Nordrhein-Westfalen
13.06. - 16.06. TS-D in Sachsen-Anhalt
17.06. - 20.06. TS-T in Sachsen
05.07. - 07.07. TS-GR im Saarland
03.10. - 06.10. TS-S in Berlin-Brandenburg
24.10. - 27.10. TS-S in Sachsen
31.10. - 03.11. TS-T in Meckl.-Vorp.
15.11. - 17.11. TS-I in Rheinland-Pfalz


NDC-Länderkonferenzen (LK)

11.02. - 13.02. LK I
17.06. - 19.06. LK II
28.10. - 30.10. LK III


Trainer_innenarbeitskreise (TAK & ATAK)

22.02. - 24.02. TAK in Kassel
06.09. - 08.09. TAK in Hamburg
30.11.              ATAK


Berater_innenarbeitskreise (BAK)

30.03.              BAK


Konzeptüberarbeitung Projekttage (KÜ)

27.02. - 03.03. KÜ-D in Sachsen-Anhalt
04.03. - 09.03. KÜ-T in Thüringen
28.07. - 03.08. KÜ-ABC in Thüringen
10.09. - 14.09. KÜ-E in Sachsen


Z:T-Fortbildungen

15.01. - 16.01. Projektmanagement in Erfurt
12.03. - 13.03. Freiwilligenm. in Frankfurt/Main
09.04. - 11.04. Umgang mit Konfl. in Leipzig
13.05. - 15.05. Beratung in Neudietendorf
17.06. - 19.06. Moderation in Erfurt
26.08. - 28.08. Veränderungspr. in Erfurt
10.09. - 11.09. Verankerung in Frankfurt/Main
19.11. - 20.11. Einb. Führungskr. in Neud.


Sonstige

25.05. - 26.05. Freies Argutraining, Bochum



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