"Weil man alleine die Welt nicht verändern kann" Interview mit einem NDC Teamer
Im NDC sind derzeit rund 600 ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer organisiert. Hier ein Bild vom Bundesteamtreffen 2012 in Mecklenburg-Vorpommern.
Wir dokumentieren hier ein Interview mit einem Teamer des NDC in NRW, erschienen auf der Website "No-Nazi.net".

Immer wieder stoßen wir auf rechtsextreme, rassistische, antisemitische, antiziganistische und weitere menschenfeindliche Inhalte. Puh. Das kann ganz schön ermüdend sein. Umso motivierender ist es zu sehen, dass auch viele Menschen dagegen sind und sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen!

Es gibt viele verschiedene Organisationsarten und Formen der Vernetzung, um gegen menschenverachtende Einstellungen aktiv zu werden! Das gibt wieder Energie!

Nachdem wir bereits ein Interview mit  Amaro Foro e.V.   und der Naturfreundejugend Berlin geführt haben, setzen wir unserer Reihe mit einem Interview dem Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC)  fort. 

Das Hauptarbeitsfeld des NDC ist die Durchführung von Projekttage an Schulen und Ausbildungseinrichtungen. Durchgeführt werden diese Bildungsveranstaltungen von ehrenamtlich engagierten jungen Menschen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird über Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung diskutiert, um Zivilcourage zu stärken und zu aktivem Handeln zu ermutigen.

no-nazi.net: Hey, stell dich doch mal kurz vor!

Dominik: Ich heiße Dominik, bin 24, wohne im Ruhrgebiet und bin beim Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) tätig.

no-nazi.net: Erzähl uns doch einmal, wie du dazu gekommen bist, dich in der Jugendinitiative zu engagieren.

Dominik: Ich war schon seit meiner frühen Jugend gegen Rassismus und Nazis aktiv, aber immer nur reagierend. Das NDC gab mir die Möglichkeit, auch präventiv gegen menschenverachtende Einstellungen im Allgemeinen, sowie Nazis im Besonderen zu handeln.

no-nazi.net: Was macht ihr hauptsächlich für Aktivitäten?

Dominik: Die Kernarbeit des NDC sind sechsstündige Projekttage gegen menschenverachtende Einstellungen. Diese finden vor allem in Schulen ab der 8. Klasse sowie auch in Jugendverbänden statt. Dabei arbeiten wir auf Augenhöhe mit den Jugendlichen, zum Beispiel sind wir Teamende alle recht jung, gehen zum Teil noch selbst zur Schule. Wir arbeiten partizipativ, Frontalunterricht findet bei uns nicht statt.

no-nazi.net: Was ist deine persönliche Motivation dafür, dass du dich mit Rechtsextremismus beschäftigst? Gab es einen bestimmten Vorfall oder Moment, der dich dazu gebracht hat?

Dominik: Nein. Ich fand Nazis scheiße seit ich wusste, was das ist, und wollte immer, dass alle Menschen gut mit einander umgehen können: ob sie sich als unterschiedlich wahrnehmen, oder nicht!

no-nazi.net: Warum engagierst du dich in einer Initiative mit anderen Menschen und nicht alleine?

Dominik: Weil man alleine die Welt nicht verändern kann.

no-nazi.net: Glaubst du, dass eure Aktivitäten etwas in der Gesellschaft verändern können?

Dominik: Ja, auf jeden Fall! Jedes Mal, wenn wir aus den Projekttagen rausgehen, habe ich das sichere Gefühl, bei vielen Menschen etwas angestoßen zu haben. Oft höre ich von Schüler_innen Aussagen wie „Da habe ich ja noch nie drüber nachgedacht – so habe ich das noch gar nicht gesehen“.

Unsere Projekttage sind oft das erste Mal, dass sich junge Menschen mit Themen wie Rassismus und anderen Formen der Ausgrenzung beschäftigen. Die Auseinandersetzung, welche durch uns stattfinden kann, ist sicherlich bei vielen ein erster, großer Schritt für diese gesellschaftlichen Themen sensibilisiert zu sein.

no-nazi.net: Hat deine Aktivität in der Gruppe auch Auswirkungen auf deinen Alltag?

Dominik: Ja, selbstverständlich! Dadurch, dass ich in den Workshops immer wieder mit Teilnehmenden Argumente gegen Ausgrenzung und für couragiertes Eingreifen in brenzligen Situationen trainiere, bleibe ich auch selbst im Thema fit.

Zum Beispiel weiß ich genau, wie ich mich bei rassistischer Diskriminierung in der Straßenbahn zu verhalten habe – das hat mir im Ernstfall schon große Sicherheit gegeben.

no-nazi.net: Und zum Schluss, beende diesen Satz „Ich hab kein Bock auf Nazis, weil….“

Dominik: …. Nazis in besonders zugespitzter Form die menschenverachtenden Einstellungen der Gesamtgesellschaft vertreten und diese verstärkt in die Tat umzusetzen versuchen!

Wenn ihr noch mehr übers NDC wissen wollt oder selbst Interesse an einer Ausbildung zur*zum Teamer*in habt, dann gehts hier zur offiziellen Homepage: http://www.netzwerk-courage.de/


Hier geht's zum Interview auf der Website "No-Nazi.net"



 


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